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Pressemitteilung                  

 

20 Jahre

„Internationaler Tierschutzverein Grenzenlos “ e .V.

Der Einsatz von Dr. Helga Körnig und Eckhard Reis aus Schwarmstedt für den internationalen Tierschutz begann auf Menorca im Jahr 2001. Dort erlebten wir zweieinhalb  Jahre lang erstmals bewusst die Not der vielen streunenden Hunde und Katzen, die von herzlosen Tierfängern mit Drahtschlingen eingefangen und auf einer öffentlichen Deponie „entsorgt“ wurden. Während der touristischen  Saison wurden die Tiere gut genährt und hatten zahlreiche Nachkommen. Danach aber litten sie erbärmlich an Hunger , Kälte und Nässe. Viele von ihnen überlebten den Winter nicht.

Die Idee, etwas zum Schutz dieser Tiere zu tun, war entstanden. Wir ließen zahlreiche Streuner kastrieren, gründeten zusammen mit spanischen Freund*innen einen Verein und überzeugten den Inselrat von der Notwendigkeit, ein zweites Tierheim auf der Insel zu bauen. Damit war die Strategie, wie wir künftig Tieren in europäischen Ländern  helfen wollten, geboren. Auf Menorca gibt es heute keine Streuner mehr, und die Katzen sind kastriert und werden auch im Winter versorgt. Hunde und Katzen werden inzwischen aus dem Tierheim vermittelt.

Zurück in Deutschland  gründeten wir mit Gleichgesinnten den Internationalen Tierschutzverein Grenzenlos e.V. und halfen einigen Tieren aus Spanien – später auch aus vielen anderen Staaten – , in Deutschland ein Zuhause zu finden.  Vorrangig blieb jedoch immer die Verbesserung des Schutzes für heimatlose Hunde und Katzen in den Ländern und Regionen, wo es bereits Tierschutzvereine gab und wo die Behörden von der Notwendigkeit, bessere Konditionen für Streuner zu schaffen,  mithilfe von Gesprächen, Werbung und Pressearbeit überzeugt werden konnten.  Damit hatte der ITV Grenzenlos Erfolg!

Der  ITV Grenzenlos wurde  seit dem in verschiedenen Gegenden  Europas aktiv: In Südspanien, in verschieden Regionen von Portugal, auf Malta, in der Region Kaliningrad in Russland, wo 6 sehr erfolgreiche Kastrationsaktionen stattfanden. Dort hat inzwischen ein anderer  deutsch-russischer Verein die Tierschutzarbeit übernommen, so dass die Arbeit fortgeführt werden kann. Aktuell bestehen  Partnerschaften zwischen dem ITV Grenzenlos und einem  sehr seriös arbeitenden Tierschutzverein in Košice in der Slowakei, in Rumänien mit der Stiftung FPCC, die das „Offene Tierheim“ in Sisterea betreibt und in Kroatien, wo aufgrund eines fortschrittlichen Tierschutzgesetzes überall großes Interesse an einer Kooperation mit dem ITV Grenzenlos besteht. Der ITV Grenzenlos hilft mit Startfinanzierungen beim Ausbau von Tierheimen, finanziert Kastrationskampagnen und vermittelt Hunde unserer Partner, die vor Ort keine Chancen haben, ein Zuhause zu finden.  Während die Zusammenarbeit mit dem Verein in Košice und in Kroatien zu sichtbaren Verbesserungen geführt hat, sieht es für Rumänien leider anders aus:  Dort konnten kaum bleibende Erfolge erzielt werden, weil Politiker und Behörden jegliche Verbesserung von Tierschutz verweigern. Vorrangig ist dort immer noch das Einfangen und Töten der Streuner. Es ist zu einem „Geschäft“ für die Beteiligten geworden, und offenbar werden auch EU-Gelder für dieses grausame Vorgehen genutzt. Kein Wunder, wenn auch Tierquälereien und Kettenhaltung nicht bestraft werden!

„Offenes Tierheim“ mit Robert Smith und 700 Hunden in Sisterea/Rumänien

 

Ein Hilferuf von Tierfreund*Innen aus Charkow, Ukraine entwickelte sich  zu einem Desaster. Vor Ort wurden wir von allen zuständigen Amtsträgern, Politikern und Wissenschaftlern höflich empfangen. In Sachen Tierschutz waren all diese Leute jedoch sehr starrsinnig und uneinsichtig und vertraten derart brutale und verachtenswerte Ansichten, dass eine Zusammenarbeit mit Tierschützer*innen  undenkbar und aussichtslos  war.

Der ITV Grenzenlos ist in den zwanzig Jahren angewachsen und hat viele positive und negative Erfahrungen in den verschiedenen Ländern Europas und bei der Vermittlung von Hunden in Deutschland gemacht. Immer haben wir uns um Zuverlässigkeit und gute solide Arbeit bemüht. Vor allem geht es uns immer um das Wohlergehen der Tiere.  Unsere Projekte im Ausland werden regelmäßig kontrolliert und begutachtet. Allerdings hat uns in der letzten Zeit Corona  einen Strich durch dieses Konzept gemacht. Unsere Kontroll- und Freundschaftsbesuche wurden stark eingeschränkt. Hier besteht dringend Nachholbedarf – auch für Gäste, die Interesse daran haben, unsere Arbeit in Rumänien, Kroatien und der Slowakei kennen zu lernen. Gern würden wir wieder einmal eine Gruppenreise vorbereiten, damit auch andere erfahren dürfen, welche Fortschritte gemacht wurden.

Unsere vielfältigen Aktivitäten kosten Zeit, Aufwand und Verständnis für die Nöte der Tiere und der Tierfreund*Innen vor Ort. Deshalb ging es uns nie um Expansion, sondern um Überschaubarkeit,  Detailarbeit und Sorgfalt sowie die Erhaltung einer soliden Finanzgrundlage, um sinnvolle Projekte auch bezahlen zu können.

Die Tierschutzarbeit hat unseren Blick für das Elend nicht nur der Hunde und Katzen sondern aller Tiere in der Welt geschärft. Wir können nicht mehr darüber hinwegsehen, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Tier zum Schaden der Tiere verkommen ist und dringend korrigiert werden muss. Deshalb setzen wir uns mehr und mehr für die Rechte aller Tiere  auf ein artgerechtes Leben neben  den Menschen ein; auf die Freiheit von Schmerzen, die Einengungen und Beeinträchtigung ihres Lebensraums,  ihre qualvolle Nutzung und Ausbeutung und Tötung durch die Massentierhaltung, die Jagd, die Tierversuche und  das Aussterben so vieler Arten durch die Übernutzung und Inanspruchnahme von immer mehr Raum durch den Menschen.

Gelegenheit zum Meinungsaustausch, zur Vertiefung des Themas und Diskussion über unsere Tätigkeit besteht auf der

öffentlichen Mitgliederversammlung am  Sonnabend, den 04.September 2021 im Café am Deich in Hodenhagen ab 14.00  Uhr.

Gäste  sind herzlich willkommen.

 

Dr. Helga Körnig                           Internationaler Tierschutzverein Grenzenlos e.V.

Eckhard Reis                                 www. itvgrenzenlos.de

 

29690 Schwarmstedt, den 01.08.2021


Warum Tierschutz?

Seit Jahrzehnten sind weltweit TierschützerInnen theoretisch und praktisch aktiv, ihren Mitmenschen deutlich zu machen, dass Tiere zum Leben auf der Erde gehören. Ihr Wohlergehen und die durch die Evolution entstandene Vielzahl  der Arten sind der Reichtum der Natur. Ohne sie gäbe es keine genetische Fortentwicklung des Lebens mehr. Die Natur würde verarmen, und auch der Mensch würde ohne die Tierwelt aussterben. Die Abhängigkeiten voneinander sind zu groß.

Statt Tier- und Artenschutz ernst zu nehmen, hat überall auf der Welt die Ausbeutung, die Misshandlung und Quälerei und die Tötung von Tieren ein unvorstellbares Ausmaß angenommen, das nicht mehr erträglich ist. Die Mehrheit der Menschen verhält sich gegenüber dieser Entwicklung stumpfsinnig und uneinsichtig. Politiker interessiert das Wohlergehen der Tiere und ihr Schutz kaum.

Vor rund 20 Jahren bildeten sich zahlreiche Tier- und Naturschutzvereine in Deutschland, um auf dieses Dilemma aufmerksam zu machen und die Öffentlichkeit zu mobilisieren. Der „Internationale Tierschutzverein Grenzenlos e.V.“  wurde 2001 gegründet und widmete sich insbesondere der Verbesserung des oft unglaublich grausamen Schicksals der Hunde, insbesondere der Straßenhunde in Europa.

Der Hund – ein Tier, das sich im Verlauf der Geschichte  sehr eng an den Menschen angeschlossen hat und heute als Freund und Begleiter des Menschen einen festen Platz gefunden hat, wird vor allem in den süd- und osteuropäischen  Ländern oft missbraucht und aufs Übelste misshandelt. „Tierschutz“ existiert in diesen Ländern selten. Tierschutzvereine und Tierheime gibt es nur vereinzelt; nur allmählich wächst hier die Erkenntnis, dass den Straßenhunden geholfen werden muss.

Der ITV Grenzenlos hat überall dort, wo TierfreundInnen initiativ wurden und bereit waren, an der misslichen Situation etwas zu ändern und sich zu Vereinen zusammengeschlossen haben, versucht zu helfen. Wenn der Wunsch an den ITV Grenzenlos herangetragen wurde, beim Aufbau von Tierschutz.
Unterstützung zu leisten, wurden Projekte entwickelt und vor allem Kastrationsaktionen finanziert.
Wenn die zuständigen Behörden und PolitikerInnen  bereit waren, Kooperationen im Sinne des Tierschutzes zu fördern, konnte oft viel erreicht werden. Der ITV Grenzenlos konnte dann, wenn die Fortführung von einmal begonnenen Tierschutzmaßnahmen sichergestellt war, auf die
Eigenkräfte vor Ort vertrauen und weitere Finanzierungen einstellen: Tierschutz wurde etabliert. So wurde und wird weiterhin „Hilfe zur Selbsthilfe“ geleistet. (s.  Projekte)

Im Zentrum der aktuellen Projekte stehen derzeit die vertraglich abgesicherten Kooperationen mit dem Verein  U.V.P. in Kosice/Slowakei; die langjährige Zusammenarbeit mit der Stiftung FPCC in Oradea/ Rumänien und die neue im Sinne von Tierschutz äußerst erfolgreiche  Zusammenarbeit mit dem Verein Udruga Pobjede in Osijek/Kroatien, aus der sich vielfältige neue Initiativen im Umfeld von Osijek entwickelt haben. (s.  Partner)

Immer geht es um Kastrationen, um die Vermeidung von unerwünschtem Welpennachwuchs und grausamen Tötungen sowie um die Bildung von Vereinen und den Ausbau von Tierheimen. In anderen Ländern standen auch andere Themen im Vordergrund der Förderung – wie die Ausstattung von Tierkliniken, die Rettung von bedrohten Streunerhunden, die Einrichtung einer Quarantänestation, der Erwerb eines Transporters.

Die Vermittlung von Hunden aus den überfüllten Tierheimen der Partner hilft, die große Zahl der Tiere in diesen Einrichtungen zu reduzieren und auch älteren und behinderten Hunden noch eine Chance auf ein artgerechtes Leben zu geben. (s. Unsere Hunde).

Wenn es gelingt, damit vor Ort Vorurteile gegenüber Arten- und Tierschutz abzubauen und ethische Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber der immensen Bedeutung der Tiere für die menschliche Gesellschaft und ihr Überleben positiv zu ändern, wird etwas bewegt. Bleibt übrig, damit endlich auch PolitikerInnen zu erreichen, die rechtlichen und praktischen Voraussetzungen für einen adäquaten Umgang mit den Tieren zu schaffen.