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Kroatien

Großartiger Erfolg beim Kastrationsprojekt in Osijek /Kroatien

Wie  gut ein Projekt funktionieren kann, wenn alle Beteiligten hoch motiviert sind und an einem Strang ziehen, hat die Kastrationsaktion des ITV Grenzenlos in Osijek/Kroatien gezeigt. 600 Hunde sind zwischen Oktober 2019 und März 2020 in zwei Projektphasen kastriert worden, davon 367 Hündinnen und 233 Rüden.

Organisiert vor Ort wurde die Aktion vom dortigen Tierschutzverein Udruga Pobjede.  Unter Leitung der Tierheimleiterin Maša Risniž  ist die Vorbereitung und Umsetzung des Projekts exakt geplant und durchgeführt worden, wobei vor allem die 2. Projektphase Probleme aufwarf. Es ging darum,  die Hunde-besitzer anzusprechen, die sich eine Kastration selbst nicht leisten können. Mit großem persönlichen Einsatz und viel Überzeugungskraft gelang es den Tierschützern, die Menschen zu überzeugen. 

Der besondere Dank des ITV Grenzenlos gilt der Tierklinik Veterinarska Stanica Osijek. Dort wurden alle Hunde operiert, postoperativ versorgt, und falls nötig wurden kleinere – und zum Teil auch größere (Tumore) –  Probleme gleich mit behandelt. Und das alles zu einem sehr fairen tierschutzfreundlichen Preis.

Auch die Stadtverwaltung Osijek hat sich von Anfang an hinter das Projekt gestellt. So wurden alle Haushalte der Stadt durch eine Beilage zur Wasserrechnung über das Projekt informiert und zur kostenlosen Teilnahme eingeladen. Die Vorsitzende des ITV Grenzenlos  Dr. Helga Körnig  wiesen in einem Interview mit dem  lokalen Radiosender und ITV Mitglied Svjetlana Šimić in einem Artikel in der lokalen Presse nicht nur auf den Sinn und Zweck von Kastrationen  hin, sondern sie betonten auch, dass die gesamte Finanzierung durch den ITV Grenzenlos erfolgt ist.

Die erste Projektphase im Oktober 2019 richtete sich an alle Hundebesitzerinnen und –besitzer der Stadt. So war die geplante Zahl von 300 kastrierten Tieren schon in 3 Wochen erreicht. Bei dieser Aktion verstärkte Tierarzt Dr. Michael Drees aus Worpswede das Team der Tierklinik Osijek.

Die zweite Projektphase hatte einen anderen Ansatz: Es sollten vornehmlich Hunde aus sozial schwächeren Familien kastriert werden. Der Zeitraum der Aktion war offen, es gab kein festes Abschlussdatum. Wieder war es  Ziel, 300 Hunde zu kastrieren. Die Zahl der täglichen Operationen wurde auf 6 begrenzt, um die postoperative Versorgung noch weiter zu verbessern. Für die Anmeldungen zur Phase 2 galten folgende Kriterien:

  • Haushalte mit nur einem berufstätigen Familienmitglied,
  • alleinerziehende Personen,
  • Rentner,
  • Studenten,
  • Geringverdiener (Lohn unter ca. 540 Euro).

Phase 2 startete am 2. Januar 2020. Das Organisationsteam von Udruga Pobjede konnte das Projekt im lokalen Fernsehen vorstellen, und auch bei diesem Projekt half die Stadtverwaltung tatkräftig bei der Werbung mit. Die Aktion lief gut an, und bis Ende Februar waren bereits über 200 Hunde operiert. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 400 Hunde auf der Warteliste.

 Die Konzentration auf die sozial schwächere Bevölkerung machte Maša Risniž  und ihrem Team deutlich, in welchen schwierigen Verhältnissen diese Menschen leben. Da sich viele von ihnen eine Taxifahrt zur Klinik nicht leisten konnten (ca. 2,50 €), organisierte Udruga Pobjede einen Transportdienst. Um den Menschen und ihren Tieren zu helfen, verschenkte der Tierschutzverein Hundefutter, Decken und sogar ausrangierte Hundehütten aus dem Tierheim an bedürftige Hundehalter. Für mehrere Tiere bezahlten der Verein und die Klinik  zusätzlich Tollwutimpfungen und Mikrochips. Angesichts dessen ist es nahezu verwunderlich, dass ca. 50 Euro in einer Spendendose in der Tierklinik zusammenkamen. In der zweiten Märzhälfte war das Ziel von 300 Hunden erreicht.

Während der Kampagne wurden 9 kleine ausgesetzte Hunde, die zwar gefüttert wurden aber kein Zuhause hatten, von TierfreundInnen aufgegriffen und zum Kastrieren in die Klinik gebracht.  Sie hatten ständig Welpen bekommen, niemand wusste, was mit ihnen geschah.  Jetzt - nach der Kastration - haben sie Hundehütten und werden zur Vermittlung angeboten. 

Angesichts des großen Erfolges, aber auch wegen der Welpenflut aus den umliegenden Ortschaften Osijeks hat Udruga Pobjede angeregt, noch eine dritte Kastrationsphase für diese Gemeinden folgen zu lassen. Der Vorstand des ITV Grenzenlos wird darüber am 30. Mai beraten.

Das Projekt hätte nicht durchgeführt werden können, wenn nicht zahlreiche  Sponsoren den "Internationalen Tierschutzverein Grenzenlos e.V." mit kleineren und größeren Spenden unterstützt hätten. Dafür möchten wir allen Spenderinnen und Spendern herzlich danken.

 


Die Stadtverwaltung von Osijek interessiert sich für die Kastrationsaktionen des ITV Grenzenlos

Besuch in der Tierklinik Veterinarska stanica Osijek

Das Interesse und die Anerkennung seitens der Stadt Osijek für die durch den ITV Grenzenlos initiierten und finanzierten Kastrationsaktionen in Osijek sind groß. Am 5. März 2020 besuchte der für den Bereich "Soziales, Rentner und Gesundheit" zuständige Vertreter der Stadtverwaltung  Romano Kristic  die Tierklinik Veterinarska stanica Osijek.  ITV-Mitglied Svjetlana Simic hatte ihn gebeten, mit den Vertretern der Klinik zu sprechen und sich über die Hintergründe  und Folgewirkungen der Kastrationsaktionen und die Arbeit des ITV Grenzenlos e.V. zu informieren. Svjetlana wies darauf hin, dass es dem ITV Grenzenlos vor allem darum geht, den Welpennachwuchs zu reduzieren und durch "Hilfe zur Selbsthilfe" Tierschutz zu etablieren und zu verbessern .

Romano Kristic in der Bildmitte

 Die Presse war zu dem Gespräch  eingeladen; eine Dame vom regionalen Radio erkundigte sich besonders danach, was die Stadt gegen die Menschen mache, die ihre Hunde frei herumlaufen ließen und ihren Kot nicht beseitigen würden.   Romana Kristic erklärte, dass die Stadt Hundespielplätze  für Hunde eingerichtet habe und durch Informationen die Bürgerinnen und Bürger auf die geltenden Hygienevorschriften aufkläre. Leider war das Interesse der Reporterin an weitergehenden Informationen nicht groß, da sie "Tiere nicht mag".  Verwaltungsvertreter Kristic beschrieb, wie die Stadt die Kastrationsaktionen  durch die Kennzeichnung der Tiere durch einen Mikrochip und durch andere medizinische Hilfeleistungen unterstützt.

Kroatien hat ein vorbildliches Tierschutzgesetz, das z.B. das Aussetzen und Streunern von Hunden verbietet. Folglich muss etwas geschehen, ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Und das darf nicht gewaltsam, sondern nur auf sanfte Art - nämlich durch Kastrationen - geschehen. Die vom ITV Grenzenlos geförderten Kastrationskampagnen für Hunde und Katzen können das Problem lösen, sofern auch künftig  für diese Art der Welpenreduzierung  geworben wird und die Kommunen in eigener Verantwortung tätig werden.. Die in die Projekte eingebundene Klinik Veterinarska stanica Osijek leistet dabei hervorragende Arbeit und unterstützt die Vorhaben auf großzügige Art und Weise.

Der ITV Grenzenlos begrüßt die Kooperation zwischen Stadt - Klinik - und Tierschutzverein Udruga Pobjede sowie den Vertreterinnen des Katzenschutzvereins  Mandicina Udruga  sehr. Bei so viel Verständnis sollte Tierschutz auf Dauer gelingen.

Aussichtsreich ist die Bereitschaft der Stadt Osijek für ein Katzentierheim ein altes städtisches Gebäude zur Verfügung zu stellen. Als Romano Kristic von Svjetlana über das Gemeinschaftsprojekt des ITV Grenzenlos mit den umliegenden Dörfern informiert wurde, war er sehr positiv überrascht. Alle Anwesenden waren sich einig, dass eine brutale Tötung der ungewollten Tiere in unserer Gesellschaft heute nicht mehr als normal  und tolerabel zu bezeichnen ist.  Tiertötungen  müssen bestraft werden, wie es die rechtlichen Vorgaben auch vorsehen.

Auch der Bau eines Tierheims in Nasice (30km von Osijek entfernt) wurde in dem Zusammenhang angesprochen. Vom ITV Grenzenlos wird ein solcher Plan sehr begrüßt und soweit wie möglich auch gefördert. Die Konkretisierungen  eines solchen Projekts bleiben abzuwarten.

 

Baddy und seine Brüder suchen ein Zuhause


Katzenkastrationsprojekt in Osijek und Umgebung startet am 1. Februar 2020

Der ITV Grenzenlos und der kroatische Katzenschutzverein Mandicina Udruga haben ein gemeinsames Projekt zur Kastration von Katzen in der Stadt Osijek und deren Umgebung vereinbart. Das Projekt startet am 1. Februar 2020.
"Wir möchten mit dieser Aktion nicht nur die Population der streunenden Katzen begrenzen, wir wollen die Katzen auch vor Infektionskrankheiten schützen, die Zahl von Unfällen mit Katzen im Verkehr vermindern und weniger Revierkämpfe haben. Das erreichen wir, wenn wir den Aktionskreis der Katzen durch Kastrationen verringern" sagt Mandica Tomasevic, die Vorsitzende von Mandicina Udruga.
Der ITV Grenzenlos unterstützt das Projekt mit 5 000 Euro. Die Operationen werden durch die Tierklinik "Veterinarska Stanica" durchgeführt, die auch die Hundekastrationen in Osijek tiermedizinisch betreut. Insgesamt sollen 250 Katzen kastriert werden. Das Ergebnis wird durch Svetlana Simic dokumentiert. Sie hat auch das Werbekonzept für die Aktion erarbeitet und sorgt für ein gutes Gelingen des Projekts.
Der ITV Grenzenlos hofft, den Menschen vor Ort damit die Nöte und Bedürfnisse freilaufender und streunender Katzen näherzubringen und so einen Anstoß für weitere eigenständige Aktionen zu geben. Für die künftige Versorgung der kastrierten Katzen wird der Verein Sorge tragen.




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