KontaktSitemapImpressum

Die griechische Insel Lefkas soll eine tierfreundliche Insel werden - Der ITV Grenzenlos hilft dabei

Viele persönliche Gespräche mit Tierschützern, hochrangigen Politikern und Veterinären führte der Schatzmeister des ITV Grenzenlos, Andreas Suffrian im Juni/Juli 2015 auf Lefkas. Ziel ist es, dass in Griechenland ein Tierschutzprojekt entsteht, das Vorbild für andere Regionen sein kann. Ein gutes Jahr lang wurde auf Lefkas geplant, organisiert, es wurden Menschen befragt und als Partner gewonnen, Verbindungen aufgebaut, Gespräche geführt, und es wurden Tiere gerettet.

Ganz besonders aktiv war und ist B. Verykiou, eine Deutsch-Griechin, die auf Lefkas lebt und fließend griechisch spricht. Sie hat es erreicht, dass 2015 von gleichgesinnten Menschen ein Verein gegründet und amtlich bestätigt wurde: “Animal Care Lefkas”. Die Homepage ist in Vorbereitung.

Ganz Lefkas soll zu einer tierfreundlichen Insel entwickelt werden, womit letztlich auch im Tourismusbereich geworben werden kann. Die Inselregierung unterstützt dieses Ziel, und der ITV Grenzenlos hilft bei der Realisierung.

Unter finanzieller Beteiligung des ITV Grenzenlos hat im September 2015 eine Kastrationsaktion von Hunden begonnen, die einen Eigentümer haben. Damit soll das grausame Töten und Aussetzen von ungewollten Welpen verhindert, eine Geburtenkontrolle eingeführt und ein besseres Leben für die Hunde erreicht werden. Insgesamt sollen im Rahmen des Projekts 100 Hunde von drei Tierärzten kastriert werden. Dafür wird mit Flyern geworben.

Gleichzeitig führen die Mitglieder des neues Vereins unzählige Gespräche vor Ort , und Schritt für Schritt wird dafür gesorgt, dass Tiere nicht mehr gequält werden, dass eine Infrastruktur für den Schutz der Tiere entsteht und dass Not leidende Tiere – wie Esel, Hunde, Katzen – besser betreut und behandelt und im Bedarfsfall tierärztlich versorgt werden. Der ITV Grenzenlos hält dieses beispiellose Projekt für vorbildlich und nachahmenswert. Mit der Regierung der Insel und dem Verein “Animal Care Lefkas” wurden entsprechende Kooperationsvereinbarungen getroffen, die die Absprachen unterstützen. Auch im Tourismus wird damit geworben, dass Lefkas eine tierfreundliche Insel sein möchte.

Griechenland

Die griechische Insel Lefkas soll eine tierfreundliche Insel werden

Lefkas ist eine griechische Insel im Ionischen Meer. Zur Präfektur Lefkada  (Regionalbezirk) gehören außer Lefkas mehrere kleinere Inseln. Obwohl das Gebiet weitgehend vom Tourismus lebt, herrscht auf den Inseln (noch) kein Massentourismus. 

Wie auch einige andere Inseln im griechischen Mittelmeerraum nimmt Lefkas für sich in Anspruch, Geburtsort der Göttin Aphrodite zu sein; und die griechische Lyrikerin Sappho soll sich hier vom Felsen gestürzt haben. Wie auch immer: Die Inselgruppe Lefkada steht im Mittelpunkt von Naturschönheit,  Mythologie  und Tourismus, der demnächst auch von einem umfassenden Tierschutz geprägt sein soll.

Wie im gesamten Mittelmeerraum ist die Einstellung der Menschen den Tieren, insbesondere den eigenen Haustieren, gegenüber sehr ambivalent. Die rund 600 auf der Insel lebenden streunenden Hunde werden von den Einwohnern eher verjagt, vergiftet oder erschossen als toleriert.  Offiziell wird jedoch kein streunendes Tier getötet. Hunde, die einen Eigentümer haben, werden häufig an die Kette gelegt, wo wie ihr ganzes Leben lang sinnlos und in Qualen dahinvegetieren. Das sind die sogenannten Vareloskyla  oder Barrel-Dogs. Allerdings gibt es auch auf Lefkas sehr tierliebe Menschen, die das Los der Tiere verbessern wollen und die sich für den Tierschutz sehr engagieren.

 

Da kein Tier kastriert wird, gibt es immer wieder Nachwuchs. Ungewollte Welpen werden - wie von anderen Mittelmeeranrainern bekannt ist - gedankenlos "entsorgt".  Auch den in menschlicher Obhut lebenden Eseln und Pferden geht es nicht viel besser. Diese grausame  Behandlung empfindender Lebewesen  lässt TierfreundInnen nicht ruhen.

Am 28. November 2015 wurde  für Lefkas ein Tierschutzverein gegründet. Dieser Verein "Animal Care Lefkas  - Freunde der Insel und der Tiere" 

hat sich die Aufgabe gestellt, die Region Lefkada zu einer tierfreundlichen Inselgruppe zu entwickeln und damit auch zu werben. Der Tourismusbeauftragte der Insel Spirios Zabelis steht einem solchen Vorhaben sehr aufgeschlossen gegenüber und wird die TierschützerInnen unterstützen.

Die Schaffung und Förderung einer entsprechenden Infrastruktur ist eine fundamentale Voraussetzung, dieses Ziel zu erreichen. Es wurde unter der Federführung von Bettina Verykiou und den Mitwirkenden  Sofia, Eleni, Christos, Maria, Spiros, Simeon und  Matulla ein Konzept erarbeitet, welches auf eine langfristige Verbesserung der Situation der leidenden Tiere ausgerichtet ist und eine konstante Kooperation zwischen Tierschützern und der Verwaltung sichert.

Der Schatzmeister des Internationalen Tierschutzvereins Grenzenlos e.V., Andreas Suffrian,  kennt durch zahlreiche Ferienaufenthalte die Inselgruppe Lefkada sehr gut. Er war der Initiator eines Kooperationsprojektes zwischen dem Verein "Animal Care Lefkas" und dem "ITV Grenzenlos":  Es geht vordringlich um die Kastration von Hunden, die einen Eigentümer haben. Andreas Suffrian besuchte die Insel im Sommer 2015 und führte ausgiebige Gespräche mit Tierschützern, Tierärzten, Verwaltungsbeamten und sonstigen für ein solches Projekt wichtigen Persönlichkeiten. Nachdem die Grundlagen zur Durchführung und Finanzierung des Projekts eingehend geklärt worden waren, wurde zwischen dem ITV Grenzenlos und dem lokalen Verein ein Kooperationsvertrag unterzeichnet (Anlage).  Mit den ortsansässigen Tierärzten   wurde ein Projektvertrag mit verbindlichen Kostenzusagen geschlossen. Die Verwaltung von Lefkas verpflichtete sich, das Kastrationsprojekt sowie die örtliche Tierschutzarbeit  zu unterstützen. Am       5. September 2015 nahm  Bettina Verikiou an einer Vorstandssitzung des ITV Grenzenlos in Schwarmstedt teil. Dieses Kennenlernen bot Gelegenheit, die Situation und die Möglichkeiten für eine Verbesserung des Tierschutzes auf der Insel besser verstehen zu können. Die persönlichen Kontakte bleiben während des laufenden Projekts erhalten.

Gegen Kastrationen bestehen in weiten Teilen der Bevölkerung auf Lefkas  nahezu unüberwindliche Vorurteile. Vertretern der einflussreichen Kirche gelten sie als Sünde. Dagegen muss aufgeklärt werden. Daher starteten die TierfreudInnen mit umfassenden Informationen über die Notwendigkeit und den Nutzen von Geburtenkontrolle bei den Haustieren. Alle an dem Projekt Beteiligten machen Werbung dafür - durch amtliche Bekanntmachungen, durch persönliche Gespräche und Werbefahrten  durch die Dörfer, durch Medienberichte, Plakate, Flugblätter und Aushänge.  Auf diese Weise  konnten bis Ende Dezember bereits 47 Kastrationen von Besitzerhunden durchgeführt werden. Leider sind viele der Hunde unterernährt, krank und behandlungsbedürftig.  Tierarzt Alekos Ifantis lässt Hunde, die nach der Kastration aufgrund ihres schlechten Allgemeinzustands noch einige Tage versorgt werden müssen, unentgeltlich in seiner Praxis übernachten.  Jedes Tier wird mit einem Transponder versehen, um ein Aussetzen des Hundes zu verhindern und die Verantwortung der Besitzer ihre Tiere zu betonen.

Wenn die Tierschützer von "Animal Care Lefkas" einen Kettenhund in sein Zuhause zurückbringen, dann sorgen sie auch für eine bessere Art der Anbindung des Tieres an lange Laufleinen, die zwischen die Bäume gespannt werden.  Oft fehlt es auch an den einfachsten Hundehütten zum Schutz der Tiere vor Witterungseinflüssen. Auch hier klären die TierfreundInnen auf und sorgen für den gemeinsamen Bau von Hütten.  Einige der Hunde werden auch von den TierfschützerInnen aufgenommen, wenn die Besitzer keinerlei Interesse an ihrem Tiere mehr zeigen.

Eine besondere Rolle spielt die Überzeugungsarbeit seitens der Kirche. Zwei Klöster auf der Insel halten Hunde und Katzen. Beide konnten für eine Teilnahme an der Kastrationsaktion gewonnen werden.

Die Kampagne geht sehr gut voran, auch wenn die Akzeptanz zu wünschen übrig bleibt und die Aufklärungsarbeit  langwierig und aufwendig ist. Aber das Interesse nimmt zu, und es melden sich immer mehr Menschen mit ihren Hunden bei den Tierärzten an. Durch die Unterstützung des ITV Grenzenlos werden nicht nur insgesamt 100 Hunde kastriert. Mit der Aktion konnte das Interesse auf der Insel geweckt werden, und der Tierschutzgedanke gewann an Aufmerksamkeit.

Das gilt auch für die Inselregierung:

Im März 2015 wurde von der Verwaltung erstmalig eine fünfköpfige Kommission ins Leben gerufen, die sich um alle Belange im Zusammenhang mit Straßenhunden kümmern soll.

Ihr gehören an: 

Herr Georgakis, Vorsitzender des Gemeinderats von Lefkas und Stellvertreter des Bürgermeisters

Herr Ifandis, Vorsitzender des Dachverbandes der Tierärzte der weiteren Region

Frau Dradatou, Verwaltungsangestellte

Frau Verykiou, Vorsitzende von "Animal Care Lefkas"

und ein weiterer Tierschützer.

Viele im Zusammenhang mit dem Aufbau des Tierschutzes und dem gemeinsamen Kastrationsprojekt  notwendig gewordene Regelungen  einschließlich einiger finanzieller Beteiligungen wurden zugesagt. Sie tragen dazu bei, den Tierschutz auf der Insel zu legalisieren.

Ein großes offen gebliebenes Problem ist das Fehlen eines Tierheims. Die Regierung erklärt sich strikt gegen ein öffentliches Tierheim, weil kein Geld dafür vorhanden ist.  Sollte der Erfolg des Kastrationsprojekts  auf den Straßen sichtbar werden und deutlich weniger Welpen ausgesetzt werden, kann sich diese Einstellung zum Positiven ändern.

Der ITV Grenzenlos hat zur Finanzierung des Kastrationsprojekt einen Betrag von Höhe von 8 000 € eingeplant. Die Zusammenarbeit  mit dem griechischen Verein "Animal Care Lefkas" wird bestehen bleiben; denn auch seitens des ITV Grenzenlos besteht großes Interesse an der Verwirklichung des Ziels:

Lefkas soll eine tierfreundliche Insel werden.

Hier finden Sie die Kooperationsvereinbarung mit Lefkas kooperationsvereinbarung_mit_lefkas.odt



© 2015 ITV Grenzenlos e.V.