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Kosice

In Kosice /Slovakei hat sich ein Tierschutzverein (UVP) etabliert, der mit Unterstützung der Stadt seit 2001 ein Tierheim betreibt und dafür sorgt, dass es in der Stadt keine Streuner mehr gibt. Das Gelände, das die Stadt zur Verfügung gestellt hat, ist ausbaufähig, und der Verein hat große Pläne für ein “Zentrum der gegenseitigen Hilfe von Mensch und Tier”. Es werden gute Kontakte zu anderen Tierschutzvereinen im Land gepflegt; eine intensive Öfffentlichkeitsarbeit und Fernsehauftritte tragen dazu bei, dass Tierschutz in der Slovakei ernst genommen wird. Die Hunde werden im Land vermittelt.

Der ITV Grenzenlos wurde im Jahr 2008 um Hilfe gebeten, denn natürlich fehlt es bei allen Aktivitäten und Plänen an Geld. Ende August 2009 flogen Dr. Helga Körnig, Eckhard Reis, Susanne und Heiko Kappe nach Kosice, um die Vereinsmitglieder und ihre Arbeit kennen zu lernen, ein Gespräch mit der Stadt zu führen und ein Kooperationsangebot zu unterbreiten.

Eine gemeinsame Briefaktion an deutsche Unternehmen , die in Kosice Niederlassungen haben, wurde durchgeführt. Die Firmen wurden gebeten, dem Tierschutzverein einen Wagen zu sponsern. Es gab darauf nicht einmal Antworten, geschweige denn kleinere Spenden.

Der ITV Grenzenlos stellte dem Verein Anfang 2010 einen Betrag von 13 000 € für den Bau einer dringend notwendigen Quarantänestation zur Verfügung. Die Aufnahme von Hunden in Deutschland ist nicht geplant – es geht bei diesem Gemeinschaftsprojekt ausschließlich darum, für die Initiativen der Tierschützer vor Ort Starthilfen zu geben und im Rahmen des Kooperationsvertrags zusammenzuarbeiten.

Ein Reisebericht liegt vor.

berlingo

Im Jahr 2011 hat der ITV Grenzenlos dem Verein UVP einen Berlingo – den gebrauchten Wagen des ITV Grenzenlos geschenkt.

Der Wagen wurde von Mitgliedern des UVP abgeholt



Cana (Chanya)

Auf Anregung des ITV Grenzenlos und mit einer finanzieller Unterstützung in Höhe von insgesamt 6 000 € hat der Tierschutzverein UVP von Kosice /Slovakei vom 26. Mai bis zum 10 Juni 2012 eine Kastrationsaktion von Hunden und Katzen durchgeführt.

In einem Nachbarort von Kosice – in der 5 000 Einwohner zählenden Gemeinde Cana – befindet sich eine Roma-Siedlung mit sehr vielen Hunden, die regelmäßig unzählige Welpen bekommen. Diese wachsen halbwild auf, werden oft getötet oder landen im Tierheim von Kosice. Die Zigeuner lieben ihre Hunde und sie leben mit ihnen zusammen. Aber sie wollen nicht, dass sie kastriert werden. Es bedurfte großer Überzeugungskraft seitens der TierschützerInnen, die Zigeuner zur Kooperation zu gewinnen.

Das Kastrationsprogramm für die Hundebesitzer von Cana und der Roma-Siedlung konnte schließlich starten.

Durch die intensiven Bemühungen der TierschützerInnen, insbesondere der Vorsitzendes des Vereins UVP, Romana Serfalova, gelang es, 6 Tierärzte dafür zu gewinnen, zu sehr günstigen Vorzugstarifen (70 € für Hündinnen; 35 € für Rüden) in der Klinik von Dr. Monika Baksi im Rahmen des Projekts zu kastrieren. Monika Baksi hatte in Oradea /Rumänien einige Zeit lang bei dem Tierärzte-Team von Robert Smith praktiziert und war im Kastrieren gut geübt. Alle Hunde bekamen für 10 €, die vom Eigentümer zu entrichten waren, einen Mikrochip, wurden außerdem entwurmt und gegen externe Parasiten behandelt. Die Kosten hierfür übernahm der ITV Grenzenlos.

Mit viel Werbung und Aufklärung wurde die Aktion bekannt gemacht und öffentlich begleitet. Auf diese Weise war die Kampagne ein großer Erfolg.

Der Ortsbürgermeister stellte bei der Zigeuner-Siedlung eine Polizeiwache ab. Jeden kastrierten Hund sponserte er mit 10 €; dadurch bekamen die TierschützerInnen insgesamt rd. 1 000 € - eine Reserve, mit der weitere Kampagnen finanziert werden sollen.

Nach der Operation erhielten die Hunde eine Nachsorge-Behandlung, die ebenfalls gut organisiert war: Hunde, die einen Eigentümer haben, wurden von diesen versorgt. Wild lebende Hunde wurden einen Tag in der Klinik von Monika Baksi bzw. im Tierheim von Kosice untergebracht und versorgt.

Kostenlose Impfungen der Hunde in der Roma-Siedlung bot Dr. Gajdos, der Amtsveterinär des ländlichen Distrikts von Kosice, an.

Alles in allem stellte sich die perfekt vorbereitete und hervorragend durchgeführte Kastrations-Kampagne als erfolgreich heraus. Die Auswirkungen werden schon jetzt deutlich: Andere Gemeinden sind interessiert und bitten um gleiche Aktionen. Der UVP-Verein plant, im nächsten Jahr eine Aktion in Velka Ida , ein Nachbarort von Kosice, durchzuführen.

Statistisches Fazit

Am 26. Mai 2012 wurden 56 Hunde, davon 26 allein in der Zigeuner-Siedlung kastriert. An weiteren vereinbarten Tagen bis zum 10. Juni wurden weitere 38 Hunde kastriert. Insgesamt wurden 97 Hunde und einige Katzen im Zigeuner-Lager kastriert. Alles verlief reibungslos und in guter Atmosphäre. Breiten Raum nahmen die Gespräche mit der Bevölkerung über die Zweckmäßigkeit von Kastrationen der Haustiere ein. Aufklärung über die artgerechte Haltung von Hunden und ihre Betreuung spielte besonders bei den Zigeunern eine große Rolle. So wußten viele nicht, dass Hunde überhaupt Trinkwasser brauchen. Ein deutscher Schäferhund war ein ganzes Jahr lang in einer Hütte eingesperrt worden und durfte erstmals anläßlich der Kastrationsaktion spazieren gehen.

Reguläre Kontrollbesuche bei den Zigeunern wurden vereinbart - auch um neu eingewanderte Hunde zu beobachten und zu kastrieren.

Für die Kastrationeaktionen in Cana und auch in Kosice - im Jahr 2013 zusammen mit Marseille zur Kulturhauptstadt Europas erklärt - hat der ITV Grenzenlos in den Jahren 2012 und 2013 insgesamt 12 000 € zur Verfügung gestellt.


Sady nad Torysou

Im September 2012 wurden in einem weiteren Zigeuner-dorf auf Wunsch des Bürgermeisters alle Hunde kastriert. Der ITV Grenzenlos hat das projekt unterstützt. Weitere Aktionen dieser Art sollen folgen.


Vom 2.-3. September 2013 haben Dr. Helga Körnig und Eckhard Reis Kosice besucht. Viele Neuerungen, zahlreiche Helfer und die wachsende Zahl frei laufender Hunde im Tierheim sind gute Entwicklungen. Die Hilfe zur Selbsthilfe hat sich bewährt.
siehe Reiseberichte

 


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